clara.francesco

Mugron


6.8. Den Bauern würde man für verrückt erklären und gut, dass es EU-Normen gibt
Damazan nach Mugron, 127,13 km, 7: 57 h, 15,9, kmh, 905,04 Gesamt km
Mugron 103 m
Wir haben uns heute die meiste Zeit des Tages die Straße mit LKWs geteilt. Durch dieses Waldgebiet um Bordeaux herum gibt es nur einige wenige Straßen und die nehmen dann alle. Eben auch alle LKWs. Die sind aber durch due EU-Normen so gut, dass sie abbremsen können, überholen und dann wieder Schwung kriegen. Dadurch ist es nur laut und dreckig, aber nicht mehr so gefährlich mit den LKWs. Nervig sind die Autofahrer, die keine Erfahrung haben.
Dieses Waldgebiet kann nicht mehr so richtig Wald genannt werden. Es wird abgeholzt oder fällt so vor sich hin und ist ein riesen Ort der industriellen Nutzung von Holz. Man hat den Eindruck, dass Holz aus ganz Westeuropa da für Möbel gelagert wird, keine schöne Gegend. Dazwischen dann kleinere Orte, die überaltert sind und wo Rentner mit ihrem Auto für Eier zum einzigen Laden fahren. Immerhin haben wir heute einen Radfahrer gesehen. Die nächste große Stadt – Mont de Moson – war eine typische Waldstadt. Ganz breit angelegt, zugleich aber auch die besten Zeiten hinter sich habend. Dank einer nicht fertig gebauten Schnellstraße konnten wir dem Wald entkommen und sind nun auf dem Höhenweg in Richtung Atlantik mit theoretischen Aussichten auf die Pyrenäen: es ist total bewölkt und nichts zu sehen.
Heute Abend lagern wir am Rand einer Wiese vor einem Waldstreifen an einem Weg. Eben habe ich geduscht und gedacht, dass jeder Bauer denkt, er hat eine Erscheinung, wenn eine schneeweiße Frau nackt am Rande seines Feldes sich duscht als sei das total normal. Und wenn er das irgendjemanden erzählen würde, wäre das bestimmt lustig.
Hier wächst ganz viel wilde Minze und es duftet wunderbar.
Aber nach 130 Kilometern Gegenwind und doch ne Menge Steigungen am Anfang und am Ende gibt jetzt Nudeln.


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